Bei der Dupuytren-Erkrankung verändert sich das Bindegewebe unter der Hohlhandhaut. Zunächst entstehen Knoten und Stränge; später können sich Finger zunehmend beugen und nicht mehr vollständig strecken lassen. Es handelt sich nicht um eine Verkürzung der Beugesehnen. Der Verlauf ist oft langsam und unterschiedlich. Eine Behandlung ist vor allem dann relevant, wenn die Streckung und damit die Handfunktion beeinträchtigt werden. Kleine Knoten ohne Einschränkung müssen nicht automatisch operiert werden.
Eine neu rasch zunehmende Einschränkung oder Gefühlsstörung sollte zeitnah beurteilt werden. Nach einem Eingriff erfordern blasse oder kalte Finger, starke zunehmende Schmerzen oder Wundinfektionszeichen eine dringende Kontrolle.
Ursachen und Risikofaktoren
Eine erbliche Veranlagung spielt häufig eine Rolle. Die Erkrankung tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf und kann mit Diabetes sowie weiteren Faktoren verbunden sein. Ein einzelner eindeutiger Auslöser lässt sich meist nicht benennen. Beide Hände können betroffen sein. Die Veränderung ist gutartig und nicht ansteckend. Sie sollte jedoch von anderen Ursachen für Knoten oder einen blockierenden Finger unterschieden werden, da diese andere Behandlungswege erfordern können.
Typische Symptome
Anfangs fallen feste Knoten, Hauteinziehungen oder strangartige Verdickungen auf, meist in Richtung Ring- oder Kleinfinger. Schmerzen stehen oft nicht im Vordergrund. Im Verlauf bleibt ein Finger zunehmend gebeugt und die flache Hand lässt sich nicht mehr gut auf einen Tisch legen. Das kann Handschuhe, Waschen oder das Greifen größerer Gegenstände erschweren. Wie schnell die Veränderung zunimmt, ist unterschiedlich; nicht jeder frühe Befund entwickelt eine starke Kontraktur.
Diagnostik
Wir untersuchen Knoten, Strangverlauf, Streckdefizite und Gelenkbeweglichkeit. Auch Gefühl, Hautzustand und frühere Behandlungen sind wichtig. Häufig reicht die klinische Untersuchung, zusätzliche Bildgebung ist bei einem typischen Befund nicht erforderlich. Der Tischplattentest kann im Verlauf eine praktische Orientierung geben, ersetzt jedoch keine Untersuchung. Vor einem Eingriff wird beurteilt, ob Gelenke bereits dauerhaft steif sind und welche Verbesserung unter Berücksichtigung von Risiken realistisch erscheint.
Konservative Behandlung
Bei frühen, wenig einschränkenden Befunden ist Beobachten oft angemessen. Regelmäßige Selbstkontrolle der Streckfähigkeit hilft, Veränderungen zu erkennen. Kräftiges Dehnen oder Massage beseitigt die krankhaften Stränge nicht zuverlässig. Welche ergänzenden Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, wird ohne Heilversprechen besprochen. Entscheidend ist, eine zunehmende Funktionsstörung rechtzeitig erneut beurteilen zu lassen. Eine Behandlung muss nicht allein erfolgen, weil ein Knoten sichtbar ist oder kosmetisch stört.
Operative Möglichkeiten
Bei relevanter Beugekontraktur können je nach Befund eine gezielte Strangdurchtrennung oder die Entfernung erkrankten Bindegewebes infrage kommen. Ausgewählte Eingriffe gehören zum ambulanten Spektrum; komplexe oder wiederholt operierte Befunde benötigen gegebenenfalls spezialisierte Versorgung. Ziel ist eine bessere Streckung und Funktion, keine sichere Heilung der Veranlagung. Rückfälle sind möglich. Nerven- und Gefäßverletzungen, Hautprobleme und verbleibende Steife werden ebenso besprochen wie der zu erwartende Aufwand der Nachbehandlung.
Nachbehandlung und Rehabilitation
Nach einem Eingriff sind Wundversorgung und ein abgestimmtes Bewegungsprogramm wichtig. Handtherapie und eine Schiene können abhängig vom Befund verordnet werden; sie sind nicht für alle Situationen identisch. Schwellung, Narbenempfindlichkeit und Erholung der Beweglichkeit brauchen Zeit. Regelmäßige Kontrollen helfen, Probleme früh zu erkennen. Ein wiederkehrender Strang kann auch Jahre später entstehen. Eine vollständige Streckung lässt sich bei lange bestehenden, ausgeprägten Kontrakturen nicht immer erreichen.
Häufige Fragen
Sind die Sehnen verkürzt?
Die eigentliche Veränderung liegt im Bindegewebe der Hohlhand. Bei langem Verlauf können zusätzlich Gelenke steif werden.
Kann eine Operation die Erkrankung heilen?
Sie kann die Funktion verbessern. Die Veranlagung bleibt bestehen; neue oder wiederkehrende Stränge sind möglich.
Wann sollte ich mich vorstellen?
Wenn die Hand nicht mehr flach aufliegt, Finger sich zunehmend beugen oder alltägliche Tätigkeiten schwieriger werden.
Persönlich beraten lassen
Welche Therapie zu Ihrem Befund passt und welche Eingriffe in unserem ambulanten Spektrum liegen, klären wir im persönlichen Gespräch. Ambulante Operationen erfolgen im externen OP-Zentrum.
Standort & Termin wählen →Unser Leistungsspektrum →Weitere Beschwerden in dieser Region
Wissen vertiefen
Passende Lesethemen
Ausgewählte externe Informationen, um dieses Krankheitsbild besser zu verstehen.
Medizinische Grundlagen
Quellen & weiterführende Informationen
Die folgenden Fach- und Patienteninformationen bieten weiterführende Informationen zu diesem Krankheitsbild. Die Texte dieser Seite sind eigenständig formuliert.
NHS: Dupuytren contractureAAOS: Dupuytren disease